Satyavatī wurde mehr und mehr vom schlimmsten aller Arten des Kummers überwältigt – vom Liebeskummer. Zwischen den Wogen des Schmerzes und der Hoffnungslosigkeit wie ein führerloses Schiff hin und her geworfen, blieb ihr scheinbar niemand anderer als die leuchtenden, gelben Freunde vor ihr, um Erleichterung zu suchen.
Satyavatī wurde jäh aus ihren Erinnerungen gerissen. Die Begrüßungsfanfare der Musiker am Stadttor war einfach zu laut, als dass sie sich noch auf etwas anderes hätte konzentrieren können. Mit Hilfe ihres Verstandes wechselte sie von einem Augenblick auf den anderen den Schauplatz ihrer Aufmerksamkeit und befand sich nun direkt wieder vor den Toren der berühmten „Stadt der Elefanten“.
Matsyarāja schaute sich um. Hinter ihm brodelnde, laute Menschenmassen, rechts von ihm Bhīṣma und Diviratha, die sich noch immer aufgeregt unterhielten; links von ihm seine Tochter, deren hübsches Gesicht durch den Sari kaum zu sehen war, und vor ihm der riesige Palast des Kaisers, der ihm niemals zuvor so gewaltig und ehrgebietend erschienen war.
Bhīṣma gab den beiden Torwächtern das von allen ersehnte Zeichen. Langsam bewegten sich die beiden Flügel des Tores nach innen und gaben den Blick auf und den Weg in die große Versammlungshalle frei. Das Tor maß in der Höhe mehr als drei Mannesgrößen und war aus massivem, dunklem Zedernholz gefertigt.
Śantanu wartete geduldig, bis sein Sohn weiter sprechen würde. Er wusste, dass der junge Prinz, der inzwischen zum Mann gereift war, seine Worte mit Bedacht wählte und sich auch nicht hetzen ließ. Eine Geste würde verraten, wann er mit seiner Rede endete, und bis es soweit war, gebot es die Höflichkeit, dem jungen Krieger nicht ins Wort zu fallen, auch wenn die Spannung für Śantanu fast unerträglich wurde.
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